Vier Wochen, die verbinden
Im Schuljahr 2025/2026 nahm das DPFA-Regenbogen-Gymnasium Augustusburg am Stéphane-Hessel-Austauschprogramm teil. Das individuelle deutsch-französische Schüleraustauschprogramm des Landesamtes für Schule und Bildung wird gemeinsam mit den französischen Akademien Grenoble und Lyon organisiert.
Ziel ist es, die deutsch-französische Freundschaft zu stärken, interkulturelle Erfahrungen zu ermöglichen und den europäischen Gedanken mit Leben zu füllen.
Die Jugendlichen verbringen jeweils vier Wochen im Gastland, leben in einer Gastfamilie und besuchen dort den regulären Unterricht. So lernen sie Sprache, Schulalltag, Familienleben und Kultur unmittelbar kennen. Im vergangenen Schuljahr konnte das Gymnasium zeitversetzt drei französische Austauschschülerinnen und -schüler begrüßen.
Schule einmal anders
Zu den Gästen gehörten Houda, Austauschschülerin von Zenia, Maïla, Austauschschülerin von Henrike und Elouan, Austausuchschüler von Fritz. Beide erlebten während ihres Aufenthalts einige Unterschiede zwischen dem deutschen und französischen Schulalltag.
Besonders der frühere Unterrichtsschluss in Deutschland fiel ihnen positiv auf. Houda berichtete, dass Schultage in Frankreich häufig bis 18 Uhr dauern. Auch den abwechslungsreichen Unterricht mit Aktivitäten im Freien empfand sie als besonders.
Maïla bemerkte neben dem früheren Schulschluss weitere Unterschiede: weniger Hausaufgaben, andere Gewohnheiten beim Mittagessen und teilweise anspruchsvolleren Unterricht. Ungewohnt waren für sie dagegen die 90-minütigen Unterrichtsstunden.
Herzlich aufgenommen
Beide Schülerinnen erinnern sich besonders gern an die Menschen, die sie während ihres Aufenthalts kennengelernt haben. Houda, die Deutschland durch ihre Familie bereits kannte, war zum ersten Mal in Sachsen und fühlte sich von ihrer Gastfamilie sehr herzlich aufgenommen. Auch Maïla beschreibt die Menschen in Sachsen als freundlich und offen.
Natürlich gab es auch kleine kulturelle Entdeckungen: Das herzhafte deutsche Frühstück gefiel beiden. Houda vermisste dagegen vor allem ihre Familie, französische Backwaren und natürlich das Baguette.
Neue Sprache, neue Freundschaften
Auch sprachlich war der Austausch eine besondere Erfahrung. Maïla berichtet, dass sie innerhalb nur eines Monats große Fortschritte im Deutschen gemacht habe. Durch ihre Austauschpartnerin fand sie schnell Anschluss und traute sich zunehmend, selbstbewusster Deutsch zu sprechen.
Beide würden den Austausch jederzeit weiterempfehlen. Houda fasst ihre Zeit in Deutschland mit „Freude – Anpassung – tolle Erfahrung“ zusammen, Maïla mit „Entdeckung – Schönheit – Herzlichkeit“.
Und wie war es in Frankreich?
Zum Austausch gehören natürlich immer zwei Seiten: Inzwischen haben auch zwei unserer drei deutschen Schülerinnen und Schüler ihren Gegenbesuch in Frankreich erlebt. Wie sich der französische Schulalltag anfühlt, welche Begegnungen und Erlebnisse ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind und welche sprachlichen und persönlichen Erfahrungen sie während ihrer Zeit in Frankreich gesammelt haben, erzählen sie in einem zweiten Bericht.
Denn der Stéphane-Hessel-Austausch zeigt: Eine Fremdsprache ist weit mehr als ein Unterrichtsfach. Sie öffnet Türen zu neuen Erfahrungen, anderen Perspektiven und Freundschaften über Ländergrenzen hinweg.


