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Schicksale gehen unter die Haut


Emotional, spannend, lehrreich – so wurde der letzte Schultag vor den Weihnachtsferien am DPFA-Regenbogen-Gymnasium in Augustusburg empfunden. Die Schüler der Klassen 9 und 10 tauchten an diesem Tag auf besonders bewegende Art in die Geschichte Deutschlands ein.

Gespräche, Fragen und Gedanken: Die Neunt- und Zehntklässler setzten sich in Workshops thematisch mit der DDR-Zeit und dem NS-Regime auseinander.
Gespräche, Fragen und Gedanken: Die Neunt- und Zehntklässler setzten sich in Workshops thematisch mit der DDR-Zeit und dem NS-Regime auseinander.

„Kino und Dialog“ hieß das Projekt der Landeszentrale für politische Bildung, welches die Schüler herausforderte, sich mit der Zeit der DDR und der des Nazi-Regimes auseinanderzusetzen. Dabei standen weder trockene Zahlen noch nüchterne Fakten auf dem Unterrichtsplan. Vielmehr waren es zwei Filme, mit denen sich die Schüler in Workshops, Aufgaben und Gesprächen kritisch auseinandersetzten. Das Projekt, für das die stellvertretende Schulleiterin Doreen Müller verantwortlich zeichnete, thematisierte darüber hinaus Fragen des gemeinschaftlichen Zusammenlebens, die Schüler wie Lehrer zu sozialem und nachhaltigen Handeln sensibilisieren sollen –  ein Beitrag zur gelebten demokratischen Schulkultur an den DPFA-Schulen.

„Ballon“ oder „August im Nebel“: Die Schüler konnten sich aussuchen, mit welchem der beiden Filme sie sich beschäftigen wollten.
„Ballon“ oder „August im Nebel“: Die Schüler konnten sich aussuchen, mit welchem der beiden Filme sie sich beschäftigen wollten.

Tiefgründige Thematik

Der Stoff des Projekttages hatte es in sich:  Das auf einer wahren Begebenheit basierende Drama „Nebel im August“ dokumentiert die grausamen Vorkommnisse während der NS-Zeit und erzählt gleichzeitig das Schicksal des 13-jährigen Ernst Lossas, der sich mutig gegen das menschenverachtende System wehrt. In einer Nervenheilanstalt versucht er, behinderten Patienten und Mitgefangenen zu helfen und so vor dem Tod zu bewahren. Der zweite Film – „Ballon“ – handelt von dem waghalsigen Plan zweier thüringischer Familien, mit einem selbstgebauten Heißluftballon aus der DDR in den Westen zu fliehen. Der erste Versuch scheitert, die Familien geraten ins Visier der Stasi. Später gelingt die Flucht.

Arbeitsblätter dokumentierten über den Filmstoff zu „Ballon“ hinaus weitere waghalsige Fluchtversuche aus der DDR gen Westen. Fotos: Doreen Müller/DPFA Augustusburg
Arbeitsblätter dokumentierten über den Filmstoff zu „Ballon“ hinaus weitere waghalsige Fluchtversuche aus der DDR gen Westen. Fotos: Doreen Müller/DPFA Augustusburg

Zum Nachdenken anregen

Mit dem Angebot des Filmworkshops setzt sich die Landeszentrale Sachsen zum Ziel, allgemeine, politische Bildung mit Hilfe des Mediums Film stärker in den Unterricht an sächsischen Schulen zu integrieren und dadurch die inhaltliche Auseinandersetzung der Schüler mit aktuellen und politischen Themen zu unterstützen, die Fähigkeit zur eigenen Analyse und zur begründeten Einschätzung zu fördern. Am DPFA-Gymnasium in Augustusburg ist das auf emotionale, spannende und lehrreiche Art gelungen.