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Exkursion an die TU Dresden


Im Rahmen des Profilunterrichts „Ackerdemie“ machten Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 8 bis 10 eine Exkursion an die Technische Universität Dresden.

Auf dem Programm standen zwei Workshops: ein Recyclingworkshop für Kunststoffe und Faserverbundwerkstoffe am Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) und eine Veranstaltung über „Fliegende Ölbinder - Innovative Materialien aus Holz- und Pflanzenfasern für den aktiven Umweltschutz" an der Professur für Holztechnik und Faserwerkstofftechnik (HFT).

Schülerinnen und Schüler beim Experimentieren
Mit Hilfe des Schwimm-Sink-Verfahrens können verschiedene Kunststoffe voneinander getrennt werden. Foto: Sabine Bandemer/DPFA Augustusburg

Im Recyclinglabor arbeiteten die Jugendlichen an verschiedenen Stationen und analysierten Kunststoffe systematisch. Sie bestimmten Dichten, untersuchten Materialeigenschaften und diskutierten Recyclingwege. Dabei ging es nicht um einfache Alltagsbeobachtungen, sondern um die Frage, wie sortenreine Trennung technisch gelingt – und warum sie Voraussetzung für hochwertiges Recycling ist. Besonders eindrücklich war die Auseinandersetzung mit Verpackungen: Viele bestehen aus mehreren Kunststoffarten, was ihre Wiederverwertung deutlich erschwert. „Man denkt, das ist nur eine Verpackung – aber eigentlich ist es ein Materialmix“, fasste eine Schülerin treffend zusammen.

Tisch mit verschiedenen Müllsorten
Die Schülerinnen und Schüler lernten, dass verschiedene Kunststoff-Produkte sehr verschieden gut recycelbar sind. Foto: Sabine Bandemer/DPFA Augustusburg

Neben der Materialanalyse spielte auch der Klimaschutz eine Rolle. Die Jugendlichen erfuhren, wie energieintensiv die Herstellung bestimmter Kunststoffe ist und welche Mengen CO₂ dabei entstehen. Schnell wurde klar: Recycling ist kein Randthema, sondern ein zentraler Baustein nachhaltiger Industrie. 

Im zweiten Workshop stand eine ebenso kreative wie praxisnahe Innovation im Mittelpunkt: sogenannte Ölbinder. Diese bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen und können Öl aufnehmen, ohne sich mit Wasser vollzusaugen. In einem Experiment wurde eine Ölverschmutzung im Modellversuch beseitigt. Das Ergebnis überzeugte: „Der Ölbinder schwimmt oben und bindet dort das Öl – die Verschmutzung ist beseitigt.“ Die Anwendungsmöglichkeiten reichen von Häfen bis hin zu industriellen Einsatzgebieten.

Mann und Schülerin basteln einen Schlüsselanhänger
Im Recylingworkshop konnten die Schülerinnen und Schüler aus alten, geschredderten Kunststoffresten einen Schlüsselanhänger pressen. Foto: Sabine Bandemer/DPFA Augustusburg

Die Exkursion zeigte eindrucksvoll, wie an der TU Dresden an konkreten Lösungen für Umweltprobleme geforscht wird: interdisziplinär, technisch fundiert und mit Blick auf die Praxis. Viele Schülerinnen und Schüler waren überrascht, „wie viel Know-how hinter etwas scheinbar Alltäglichem wie Verpackungsmüll steckt“. Der Tag machte deutlich, dass Nachhaltigkeit nicht nur ein Schlagwort ist, sondern eine technische, gesellschaftliche und persönliche Herausforderung. Wer Ressourcen schonen will, braucht Wissen und genau das wurde an diesem Exkursionstag greifbar.