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"Die Ungewissheit war belastend"


Es sollte das Frühjahr seines Lebens werden: Letzter Schultag, Abi schreiben, mündliche Prüfungen überstehen und dann vor allem eins: Freuen und feiern. Doch dann kam die Corona-Pandemie und mit ihr schwanden Woche für Woche die Hoffnungen auf eine ganz normale Abizeit mit allem, was dazugehört. Wie fühlt man sich da? Jonas Pach, 19 Jahre, vom DPFA-Regenbogen-Gymnasium Augustusburg hat es uns erzählt.

Jonas Pach hatte sich in der Sekundarstufe II für Mathematik und Englisch als Leistungskursfächer entschieden. Das Abi musste er nun unter ganz anderen Umständen als gedacht meistern. Foto: DPFA Augustusburg/Caroline Lindner

Die Corona-Pandemie hat die vergangenen Wochen komplett auf den Kopf gestellt und auch die Abi-Vorbereitungen durcheinandergebracht – wie ging es dir damit?

Ich fand vor allem die Ungewissheit belastend. Da hätte ich mir eher eine klare Ansage gewünscht, ob die Prüfungen geschrieben werden. Ich habe aber eigentlich immer damit gerechnet, dass es so sein wird und es war dann auch schön, als die Ungewissheit weg war. Ich hätte es aber auch gar nicht so verkehrt gefunden, wenn es ein Durchschnittsabitur gegeben hätte, also alle Leistungen der vergangenen zwei Jahre zusammengefasst werden. Dann hätte das Abi erst mal festgestanden. Dazu gab es auch eine Petition von Schülern, die ich unterschrieben habe.

Wie lief bei dir das Lernen?

Man hat nicht gewusst, ob das Lernen Sinn macht – auch wenn es natürlich immer einen Sinn macht (schmunzelt). Ich habe mich viel aufs Abi vorbereitet, weil ich auch nicht so gut stand. Leider konnten ja auch keine Lerngruppen gebildet werden. Ich kann allein nicht so gut lernen und lass mich da schnell ablenken. Da wäre es schön gewesen, sich mit anderen zu einem festen Termin zu treffen. Über das Internet ist das ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber wir haben immer mal einen Videoanruf untereinander gemacht. Mich hat eine Zeit lang fertig gemacht, keine wirklichen Lichtblicke zu haben – zum Beispiel ein Treffen mit Freunden, einfach als Motivation zwischendurch, wo man sich danach wieder an den Schreibtisch setzt. Von den Lehrern fühlte ich mich gut betreut und bin zufrieden damit, wie die Vorbereitung gelaufen ist.

Für euch gab’s keinen letzten Schultag, der sonst groß mit Programm und Party begangen wird, es wird kein Abiball stattfinden können und auch sonst keine ausgelassenen Privatfeten... wie geht es dir damit?

Ich finde es schade. Neben dem Lernen – und es war ja klar, dass wir viel lernen müssen – wäre es schön gewesen, wenn man etwas gehabt hätte, worauf man sich sehr hätte freuen können. Diese schönen Ereignisse gehören ja dazu! Für die Mottowoche und den letzten Schultag hatten wir zwei A4-Zettel voller Ideen gesammelt. Während der Mottowoche wollten wir verkleidet in die Schule kommen, zum Beispiel als Märchenfiguren oder Disneyhelden. Wir wollten auch Lose mit unseren Namen ziehen und dann hätte man sich so anziehen müssen, wie derjenige wohl in 30 Jahren ausgesehen hätte.

Wie wird es bei dir nach dem Abi weitergehen?

Der Plan war eigentlich, mit Freunden eine Auslandsreise zu machen, ganz flexibel. Wir wollten das eher etwas improvisieren und spontan entscheiden, ob es uns an einem Ort gefällt oder ob wir weiterreisen wollen – ohne Zeitstress. Als so langsam klar wurde, dass das wahrscheinlich nicht gehen wird in diesem Jahr, haben wir uns anderweitig Gedanken gemacht. Wir wollten nicht ohne Plan B dastehen. Ich tendiere nun zu einer Ausbildung, könnte mir aber auch ein Studium vorstellen. Ich habe mich aber noch nicht für eine Fachrichtung entscheiden können.